Claus Wallner – Und die Fenster der Stiftskirche

Dorothee Wallner, Tochter von Claus Wallner, steht in der Gandersheimer Stiftskirche vor dem "Noahfenster", das ihr Vater gestaltet hat.

Am 4. Juli 2026 jährt sich der Geburtstag von Claus Wallner zum hundertsten Mal. Der Maler und Grafiker hat mit seiner Glasmalerei ganz wesentlich das Erscheinungsbild der Stiftskirche geprägt. Die Stiftskirchengemeinde plant an sein künstlerisches Schaffen zu erinnern. Tochter zu Besuch in der Stiftskirche

Es waren vor allem biblische Erzählstoffe, die ihr Vater bei der Gestaltung von Kirchenfenstern gern zum Thema gemacht habe, erklärt Dorothee Wallner während ihres Besuchs der Gandersheimer Stiftskirche am 2. Januar 2026. Die Kunsttherapeutin steht vor dem „Noahfenster“, das Claus Wallner für den Sakralbau im Jahr 1978 kreiert hat. Überhaupt zeichnet der ein Jahr später verstorbene Maler und Grafiker verantwortlich für die Gestaltung nahezu aller Fenster, die heute die romanische Basilika samt ihrer gotischen Kapellen zieren.

Die „Johannesfenster“ in der Apsis der Stiftskirche wurden bereits Ende der 50er Jahre des letzten Jahrhunderts angefertigt – weitere Fenster in den 70er Jahren. Anfang der 80er Jahre erfolgte dann noch der Einbau der „Offenbarungsfenster“ in das Mauerwerk der Sakristei; nach dem Tod des Vaters betreute Tochter Dorothee seinerzeit die Maßnahme.

Am 4. Juli 2026 jährt sich der Geburtstag von Claus Wallner zum hundertsten Mal. Mit seiner Glasmalerei hat er ganz wesentlich das Erscheinungsbild der Stiftskirche geprägt. Übrigens in Zusammenarbeit mit seiner Frau Ursula Querner-Wallner, die als Künstlerin u. a. Sorge getragen hat für die Gestaltung des Taufbeckens der Stiftskirche – wie auch für die Bronzetür im Westportal.

Den runden Geburtstag möchte die Stiftskirchengemeinde gern nutzen, um – in enger Abstimmung mit Dorothee Wallner – mittels einiger Veranstaltungen an das künstlerische Schaffen von Claus Wallner zu erinnern. Angedacht sind ein Gottesdienst sowie ein Vortrag – und in der zweiten Jahreshälfte eine Ausstellung, in der Entwürfe des Künstlers zu den Fenstern in der Stiftskirche präsentiert werden.

Besondere Aufmerksamkeit dürfte dabei auch dem „Roswithafenster“ gelten; schließlich wird 2026 in der Festspielstadt ganz im Zeichen der Roswitha von Gandersheim stehen. Claus Wallner nutzte die gläserne Projektionsfläche, um vom Leben und Wirken der frühmittelalterlichen Kanonisse und Dichterin in ausdrucksstarken Bildern zu erzählen.

Foto:
Jürgen Giszas | 02.01.2026