Per Crowdfunding zur Turmspitze

Werden Sie Stufenpate und ermöglichen Sie den neuen Blick über die Stadt.

Zwei Türme hat die Westfassade der Stiftskirche: einen im Süden und einem im Norden. Begehbar war – mindestens für Besucher des Portals zur Geschichte – bislang immer der Nordturm bis hinauf in die Schatzkammer des Portals. Ganz hinauf kam man aber nur zu ganz besonderen Ausnahmegelegenheiten. Und das ist bedauerlich, denn der Blick vom oberen Turmraum hinaus über die Stadt ist buchstäblich erhebend. Zu schade, um nicht den Gedanken weiter zu verfolgen, ob eine Begehbarkeit des Nordturms nicht ein lohnenswertes Projekt für Kirche wie Stadt und deren Gäste wäre.
Aber, Wie macht man das eigentlich — einen Kirchturm für Besucherinnen und Besucher öffnen? Um das herauszufinden, besuchten Mitglieder des Kirchenvorstandes Goslar: Die Marktkirche dort betreibt seit Jahren eine sogenannte „Himmelsleiter" mit bis zu 30.000 Begehungen im Jahr. Notfallkonzepte, Preisgestaltung, was eine Turmbegehung für die Attraktivität einer Stadt bedeuten kann - all das haben sich die Mitfahrenden dort in der Praxis zeigen lassen. Das Schönste dabei: Das Team in Goslar hat die Gandersheimer mit seiner Begeisterung angesteckt. Die machen das schon lange, und man merkt: Die Lust daran ist ihnen bis heute nicht vergangen.
Doch zunächst mussten „Hausaufgaben“ gemacht werden. Was braucht es, damit ein ebenso beeindruckender wie sicherer Besuch des Raumes an der Turmspitze auch in Bad Gandersheim möglich werden könnte? Zuvorderst zum Beispiel die Fortsetzung eines Handlaufes. Bis hinauf zur Schatzkammer des PzG gab es denn bereits, das war aber nur etwa die Hälfte des Weges. Ein Anstrich war ebenfalls noch herzustellen, auch der reichte nur bis zu den PzG-Räumen. Und natürlich musste auch an dieser oder jener Stufe für ausreichend Trittsicherheit gesorgt werden. Das alles ist auf den Weg gebracht worden. Beschilderung, Beleuchtung und eine Videoüberwachung für die Sicherheit runden das Projekt ab. 
Verbunden damit war natürlich ein Finanzierungskonzept. Die der Stiftskirche zur Verfügung stehenden Mitteil reichten nicht aus, zusätzliche Unterstützung musste her. Aus den Überlegungen dazu wurde ein „crowdfunding“-Projekt – wie Spendenprojekte neudeutsch heute oft genannt werden – geboren: 145 x 145 – Stufenpaten für den Nordturm. Die Idee dahinter ist leicht nachvollziehbar: Erwirb eine Patenschaft für eine Stufe. Sie kostet 145 Euro und wird belohnt durch eine kleine goldene Plakette, die auf der Stufe den Namen des Stufenpaten ausweist. In ihrer Gesamtheit ermöglichen die Stufenpaten damit den Besuchern letztendlich den Aufstieg bis nach ganz oben.
Das Crowdfunding ist bereits gestartet. Im Theatergottesdienst am vergangenen Sonntag wurde es beworben, im Internet gibt es eine eigene Seite dafür (Link am Ende des Textes). Auf dieser Seite ist auch nachzulesen, dass bereits 25 Prozent des Zieles erreicht sind: 36 der 145 Stufen haben bereits Paten gefunden. 
„Werden Sie Teil dieses Projektes und helfen Sie uns, den Menschen unserer Region, aber auch Gästen von außerhalb eine neue Perspektive auf unsere wunderbare Stadt zu ermöglichen. Eine ganz besondere Attraktion, nicht nur zum Roswitha-Jahr 2026“, sagt Stiftskirchen-Pfarrer Thomas Ehgart. Selbstverständlich werden alle Paten exklusiv zur Eröffnung des Turms ein.


Der direkte Weg führt über diese Seite im Internet: https://nordturm.stiftskirchengemeinde.de/


Dort lassen sich Patenschaften direkt erwerben oder als Geschenk jemand zuschreiben. „Gemeinsam schaffen wir das, da bin ich sicher“, so Thomas Ehgart. Und schaffen damit einen echten Mehrwert für Bad Gandersheim und seine Gäste.