Klausur in Drübeck bringt gute Impulse

Anfang Februar fuhr der Kirchenvorstand der Stiftskirchengemeinde Bad Gandersheim für eine Nacht ins Kloster Drübeck am Rand des Harzes – zur Klausurtagung. Einmal raus, den Kopf frei kriegen, und gemeinsam über ein anspruchsvolles Thema nachdenken.

Der erste inhaltliche Block am Freitagabend widmete sich der Frage: Wie sind wir als evangelische Kirche geworden, was wir heute sind? Ein Durchgang durch die Geschichte von der Reformation bis heute – nicht als wissenschaftliche Vorlesung, sondern als Einladung zum Nachdenken. Denn vieles, was heute zum kirchlichen Leben selbstverständlich dazugehört, hat einen ganz konkreten historischen Ursprung – war einmal die Lösung eines bestimmten Problems. Dass der Sonntagsgottesdienst um 10 Uhr stattfindet, hat zum Beispiel einen landwirtschaftlichen Hintergrund. Diese Perspektive öffnete den Blick dafür, dass Kirche sich immer wieder neu erfinden darf, ja muss.

Am Samstagvormittag folgte die Frage: Wie feiern wir Gottesdienst – und für wen? Das Ergebnis war klar: weniger Gottesdienste, dafür mit mehr Fokus, besser vorbereitet und mit echtem Zuspruch. Was Menschen wirklich erreicht, soll bleiben und gestärkt werden – Schulgottesdienste, an denen oft mehrere hundert Menschen teilnehmen, Konfirmationen und Kasualien eingeschlossen.

Den Abschluss bildete ein Ausflug nach Goslar. In der Stiftskirche Bad Gandersheim wird geplant, den Nordturm für Besucher zugänglich zu machen – die Marktkirche Goslar macht vor, wie das gelingen kann. Mit vielen konkreten Anregungen fuhr die Gruppe nach Hause.

Kloster Drübeck hat sich als Tagungsort bewährt – ruhig, konzentriert, mit einem gemütlichen Weinkeller für den Abend. Auch Freya, dem Hund hat's gefallen. Wie man auf dem Foto sehen kann.